Zu diesem Semester wurden die Lehraufträge von 40000 auf 20000 Euro gestrichen.
Unter der Raumnot leiden alle Studierenden. In manchen Seminaren gibt es nicht genügend Tische und Stühle für alle Anwesenden, so wandert das Mobiliar ständig von einem überfüllten Raum in den nächsten.
Für Arbeiten, die in den Praxisseminaren entstehen, gibt es keine Ausstellungsmöglichkeiten, die Wände im Kunstbereich sind verkauft, an ihnen darf offiziell nichts hängen. Den Studierenden wird somit die Möglichkeit der Präsentation und der Anerkennung verwehrt. Andere Räume dürfen nicht mit Kunstausstellungen bespielt werden, höchstens eine Wand im Flurlabyrinth der 3. Ebene des GW2, wo sich jemand zufällig verirrt.Ausstellen und Präsentieren von künstlerischen Arbeiten ist ein fester Bestandteil des Moduls und bildet eine zusätzliche Reflexionsstufe der Arbeit nicht nur für den Studierenden, sondern vor allem für die Lehrenden.Dadurch wird auch die Arbeit für den Studiengang und die ganze Universität transparent und erfassbar. Das studentische Leben wird positiv gestaltet und es wird eine Plattform zur Auseinandersetzung verschiedener Themen geboten. Kommunikation kann so auch über das Uni-Gelände stattfinden.
In unserem (kleinen) Atelier, dass für uns Studierende als einziger Raum permanent zugänglich ist, finden nun mindestens 5 Veranstaltungen statt. Zudem ist dieser Raum so klein, dass höchstens 4 Leute nebeneinander arbeiten können, bei einer Kursbelegung in Malerei und Zeichnung von 80 Menschen. Die Arbeits- und Atelierplätze an der Uni sind extrem wichtig. Nur dadurch ist es gesichert, dass es unter den Studierenden und Lehrenden zu einem Austausch kommt, bezüglich der Arbeiten und Verknüpfungen zu anderen Seminaren. Angestrebt wird schließlich eine Vernetzung von Theorie und Praxis, von wissenschaftlichen Seminaren und forschenden Arbeiten in den Praxiskursen.
Bei steigenden Kursangeboten bleibt das Materialgeld gleich. Die Studierenden sind gezwungen bereits ab den ersten Semester horrende Summen auszugeben, um in den Kursen an eigenen Projekten arbeiten zu können. Ohne Materialvielfalt und qualitativ schlechte Ausstattung, kann nur Schablonendenken produziert werden. Es werden keine neue künstlerische Impulse vertieft. Die Studierenden bleiben im Dunstkreis der Grundfertigkeiten. Der Praxiskurs verkommt zu einem Bastelkurs, wo es nur um Kompromisse geht.
Die Praxiskurse werden in diesem Semester nur 2-stündig betreut, anstatt wie sonst üblich 4-stündig.
Tutorien sollen nun die fehlende Betreuung übernehmen. Diese werden kostengünstig von Studierenden übernommen, die darauf nicht vorbereitet sind, da dieser Vorschlag jetzt erst unterbreitet wurde. Es werden nur die fehlenden Praxisstunden aufgefangen. Wir würden gerne mehr Selbststudium betreiben, doch auch dieses bedarf Räume, Mittel und Begleitpersonal, das mit Rat und Tat zur Hand ist.
Zum kommenden Semester wurden 5 Lehraufträge nicht verlängert. Die Lehrenden befinden sich in prekären Arbeitsverhältnissen. Feste Stellen, wie der momentanige Werkstättenleiter, sollen auch entfallen. Allein menschlich ist es nicht tragbar, weder für die Studierenden noch für die Lehrenden, ohne Sicherheit und Planbarkeit im ‚Betrieb‘ Universität zu (über)leben. Es kann nicht an praktischen Arbeiten geforscht und gearbeitet werden, wenn sich die Gegebenheiten und Lehrenden ständig wechseln und die Kurse immer wieder neu verhandelt werden.
In unserem Studiengang werden zukünftige Lehrer_innen ausgebildet. Wie kann jemand, der /die unter beschriebenen Bedingungen lernt und Inhalte vermittelt bekommt, später etwas besseres, positives und erfolgreiches vermitteln? Nicht nur ein Notfallprogramm durchziehen, sondern ein Programm mit Vision basierend auf Veränderung und Lernerfolgen. Die hohe Zahl an Studierenden in unserem Studiengang ist nicht ein „Problem“ und kein „Notfall“, es ist eine Bereicherung für die ganze Universität.